Jubiläumsreise in den sommerlichen Schwarzwald
Mittwoch, 20. Juli bis Sonntag, 24. Juli 2011
Am Mittwochmorgen früh begleiteten uns noch einige Regentropfen bei der Wegfahrt. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir brauchten den Schirm erst am letzten Tag für ein paar Minuten auf der Heimreise.
Die Mittagsrast verbrachten wir am Rheinfall. Anschliessend ging es unserem nächsten Ziel entgegen, der „Sauschwänzle-Bahn“, die sich von Weizen nach Blumberg über eine kurvenreiche Strecke schlängelte, durch mehrere Tunnels kroch und .über Viadukte fuhr. Diese Strecke brachte ihr auch den Namen ein. Heute ist sieeine Museumsbahn aus dem Jahr 1890 und vor dreissig Jahren wurde sie überholt und sie schafft die 25 km lange Strecke in einer Stunde. Von da aus brauchten wir nicht mehr lange bis nach Villingen zu unserem Hotel „Mercure“, wo uns sehr schöne Zimmer erwarteten. Abends beim Nachtessen gab es beim ersten Viertele badischem Wein gute Gespräche und was höre ich da immer wieder „jetz hät i grad Gluscht uf es Stück Schwarzwälder….“
Am nächsten Morgen hatten wir eine Führung durch das traditionsreiche Städtchen. Im Jahr 718 wurde Villingen erstmals erwähnt, in der Folge erlebte die Zähringerstadt viele Wechsel: Oesterreich – Napoleon – Uhrenstadt. Vor 40 Jahren schloss sich Villingen mit Schwenningen zusammen und heute leben hier 80'000 Einwohner. Sieben Klöster sind hier beheimatet. In der Franziskanerkirche, wo wir am letzten Abend zu Gast sind, war abwechslungsweise ein Lazarett, ein Altenheim und ein Stall untergebracht. So ertönte morgens das Hirtenhorn mit dem Ruf „chömmet ihr Tierli und Stierli…..“ und abends gings auf die gleiche Weise wieder in den Stall.
Der Führer zeigte uns das Haus wo 1914-28 die erste Datenverarbeitung begann und die Geburt der Lochkarte war. Wir gingen an der Konditorei mit höchsten Schwarzwälder- torten vorbei, besuchten die Benediktinerkirche.und gingen weiter zum originellen Brunnen beim Münsterplatz. Das Münster hat zwei ganz verschiedene Türme.
Für das Mittagessen fuhren wir auf eine Anhöhe von 1'000 Meter ü/M in das gemütliche Restaurant „Kreuz“. Die Schwarzwäldertorte zum Dessert war wunderbar.
Anschliessend gings nach Furtwangen in das Uhrenmuseum. Im Schwarzwald ticken nicht alle Uhren gleich! Die erste Uhrmacherschule wurde 1852 gegründet. Das Museum beherbergt 8'000 Uhren wovon 3'000 Uhren ausgestellt sind und nur ein kleiner Teil haben wir gesehen. Das ist nicht zu beschreiben, das muss man sehen. Obwohl dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Wecker ab Fliessband kamen, war das Uhrensterben im Schwarzwald nicht mehr aufzuhalten. 1985 war der Kuckuck tot.
Am Freitag war ein Ausflug nach Schramberg ins Junghans-Museum auf dem Programm. Es waren unter anderem auch alte Töffs mit Seitenwagen, Velos und Kinderwagen die aus dem 2. Weltkrieg stammen zu sehen.Und wieder fuhren wir an einen originellen Ort zum Mittagessen, nach Fohrenbühl in den Waldgasthof mit seinem Aussichtsturm.
Zurück nach Schramberg besuchten wir noch die Sammlung Steim, die viele schöne auch geschichtlich interessante und kostbare Autos zeigt.
Am Samstag hatten wir einen freie Vormittag. In Villingen wurde ein mittelalterlicher Markt aufgebaut der von mittags bis abends dauerte, doch wir hatten nicht viel Zeit zum verweilen. Also und „ jetz hät i grad Gluscht uf e Schwarzwälder……..“
Nachmittags fuhren wir nach Königsfeld zum Albert Schweizer Haus, wo wir mit seiner Philosophie, seinem Leben und seiner Arbeit bekannt gemacht wurden. Seine Devise war „ich bin das Leben, das ich leben will“! Albert Schweizer hatte eine sehr intelligente und mutige Frau. Mit 30 Jahren ging er nach Afrika im Sinne von alle müssen wir an der Last, die auf der Welt liegt, mittragen. Obwohl er in Strassburg eine grosse Karriere vor sich gehabt hätte, war ihm der Kongo (Lambarene) wichtiger. Seine Frau liess sich zur Krankenschwester ausbilden und half ihrem Mann das Spital in Lambarene aufzubauen. Sie erkrankte an Tuberkulose, kehrte in dieses Haus zurück und starb 1949 kurz nach der Verleihung der Nobelpreises an ihren Mann. Eine Tochter kommt heute noch regelmässig nach Königsfeld.
Abends kam der Höhepunkt unserer Reise“Eine italienische Nacht“ ein Sinfoniekonzert mit Peter Tschaikonwski, Felix Mendelssohn-Bartoldy und das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven mit dem grossartigen Solisten Demitrius Polyzoides aus Graz, Oesterreich. Er spielte mit eine unglaublichen Virtuosität und Reinheit auf seiner Violine, die uns verzauberte.
Am Sonntag galt es Abschied zu nehmen von Villingen der Zähringerstadt und dem eindrücklichen Schwarzwald. Unterwegs besuchten wir das Benediktiner-Kloster Sankt Peter. Die ehemalige Abtei ist heute das geistliche Zentrum der Diözese Freiburg. Wir wurden durch die Kirche und die wunderschöne ebenfalls barocke Bibliothek geführt mit ihren wertvollen Büchern, 700 Jahre Kosterleben aufzeigten.
Ein letztes deutsches Mittagessen (Serviettenknödel, Hochzeitsteller, Fisch).
Ein letzter Aufenthalt bei einer Weinprobe und anschliessendem Einkauf.
So gingen die sehr interessanten Ferientage um 20 Uhr in Bern zu Ende.
Ein ganz grosses Dankeschön den beiden Organisatoren Lotti Klima und Peter Spiegelhalder. Sie haben uns mit dieser einmaligen Jubiläumsreise wirklich beschenkt.
25.7.11 vs

